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Plan für die optimale Pflege von Metallblasinstrumenten

Polieren / Oberflächen-Pflege

Unlackierte Instrumente poliert man am besten in einer Richtung vom Schallstück zum Mundrohr stuhr wie das Rohr verläuft. Wenn vorhanden, sollte man Aufsteckhölzer bzw. Vorrichtungen nutzen, Geeignet sind Baumwolltextilien mit Feinrippgewebe, z.B. Trikotstoffe, ungeeignet sind Nylon, Frottee besonders Wolle !!! (Verkratzen) Kunstfasern saugen schlecht.

Verwendung finden sterienölhaltige Putzöle, da diese anschließend gut konservieren. Vor Handschweiß schützen sogenannte Lackpolituren (besonders bei lackierten Instrumenten).

Versilberte Instrumente werden sebstverständlich mit Silberpoliertüchern hellgemacht. Bei vernickelten Instrumenten kann man Chromputzmittel bzw. reguläres Polieröl verwenden.

Vorsicht vor ätzenden und alkalischen Poliermitteln, da diese die Lötstellen nachhaltig zerfressen, weiter im Material ätzen, auch Gesundheitsrisiken in sich bergen (sind auch ökologisch bedenklich).

Innenreinigung

Eine Innenreinigung -hin und wieder- ist gut für die Beseitigung von Keimen und Ablagerungen aller Art.

Innenreinigung kann mit Durchziehschwämmen geeigneter Größe sehr nutzbringend sein. Zu Vermeidung von Beschädigungen sollte auf Bürsten mit Metallkern und Verwendung metallischer Gegenstände generell verzichtet werden, beim Durchziehen von Lappen besteht Verstopfungsgefahr.

Kein heißes Wasser verwenden, Gefahr des Verbrühens! Keine chemischen Lösungsmittel oder ätzenden Mittel einsetzten, da die innere Eigenschutzschicht des Messings zerstört wird.

Milde Spühlmittel, Waschbenzin, Äthanol können ältere Ablagerungen lösen, sind also geeignet,Kalkablagerungen können nicht entfernt werden, da sie durch Speichel (wie Zahnstein) entstehen.

Zur Vermeidung von Ablagerungen müßte kontinuierlich mind. 2x monatlich ein Durchziehschwamm benutzt werden ... !

Auch Mundstücke sind hygienischer, wenn sie regelmäßig ausgebürstet werden.

Das Ölen bei Zylinder-Ventilinstrumenten


Geölt werden sollten mind. 2 x jährlich alle Scharniergelenke und Stahlschrauben-Gelenke mit: dickem Motorenöl (zB. Shell-Super), Mineral- bzw. dafür bestimmtem Synthetischen Ölen.

Direkt an das Ventil kein Öl, es wird dadurch viel zu träge laufen! Nur an die Drehzapfen im oberen und unteren Deckel je 1-2 Tropfen dickes Maschinen-Öl.

An Kugelgelenke nur dickes Öl, bei Kugelgelenken mit Madenschraube Kugellagerfett um die Kugel

Bei "MINIBAL"- & "UNIBAL"-Gelenken nur etwas dickes Maschinenöl, ebenso auch an die Achse des Druckwerkes und der Wasserklappen sowie der Triggermechaniken.

Bei längerem Unrundlaufen mangels Ölens bzw. häufigen Spielpausen kann es durch Kalkansatz zu Schwergängigkeit der Ventile kommen, die nur durch einem Instrumentenmacher wieder richtig beseitigt werden sollte.

Keine Feinmechaniköle oder Öle aus dem Haushalt bzw Küche verwenden. (Pflanzliche Öle sind Fettsäuren und verharzen sofort, sie greifen auch das Metall sehr aggressiv an!)

Das Ölen bei Perinet-Ventilinstrumenten


Die Perinet-(Pump-)Ventile sollten immer in einem Ölfilm laufen, das bewirkt gute Beweglichkeit und verhindert Kalkablagerungen und Metallabrieb.

Unbedingt nur Perinet-Ventilöl verwenden !!! bei anderen Ölen oder ähnl. Mitteln laufen die Ventile nicht...

Unverzichtbar ist das Auswischen der Ventilbüchsen (bei vorherigem Abschrauben beider Deckel) mit einem weichen Baumwolllappen und Holzstab z.B.Vogelbauerstange. Und das Abwischen des Ventilwechsels mit Lappen und anschließendem Auftragen von neuem Ventilöl (mind. 1x monatlich).

Bei mangelnder Pflege können die Laufflächen verkalken, rauh und porös werden, so dass die Ventile nur von einem Instrumentenmacher wieder richtig aufbereitet werden können.

Das Fetten von Stimmzügen und Ventilzügen


Ventil- und Stimmzüge sind vordergründig zum Regulieren der Stimmung des Instrumentes da, sie dienen aber vor allem dem schnellen Entleeren der Rohre vom Kondenswasser. Deshalb sollten sie gut und schnell funktioniern, aber auch dicht sein. Also diese Züge immer benutzen und richtig fetten!

Ventil- und Stimmzüge fettet man mit speziellem Stimmzug- oder Zapfenfett. Nichts anderes benutzen!

Triggerzüge, also mechanisch bewegte Züge mit Gleitöl spez. Zugöl fetten.

Posaunenfett- oder Öl ist für Stimmzüge völlig ungeeignet, da es mit Wasser emulgiert, also nicht dichtet.

Das Fetten von Posaunenzügen

Posaunenzüge werden nach Art des Zuges und entsprechenden Toleranz speziell mit Posaunenfett- bzw. Öl zu besserem Gleiten gebracht. Posaunenfett dichtet weniger, es sorgt für einen besseren Lauf und schützt vor Abrieb.

Es gibt verschieden Arten von Posaunenfetten und -Ölen, (auch 2-Komponenten).

Posaunenzüge müssen grade, sauber, parallel zueinander und gut poliert sein. Nur dann können sie perfekt laufen. Zuviel Fett ist ebenso schädlich als zuwenig. Zugrohre muß man sehr sauber halten.

Alle Richt- und Ausbeularbeiten sollten sofort und nur von einer Instrumenten-Werkstatt ausgeführt werden.

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